31.10.2018

Was noch erlaubt ist

Handy & Co. am Steuer

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Am Steuer gilt: Hände weg vom Handy. Denn schon kleinste Momente der Unaufmerksamkeit können ausreichen, um einen Verkehrsunfall zu verursachen. Der Gesetzgeber setzt gerade bei der Handynutzung während der Autofahrt sehr strenge Maßstäbe an. Wer mit Handy am Steuer erwischt wird, riskiert ein Bußgeld, einen Punkt in Flensburg und bei einem Unfall Probleme mit seiner Versicherung. Aber die Vorschriften wurden weiter verschärft.

Beide Hände ans Steuer, Augen auf die Straße

Der § 23 Abs. 1a der Straßenverkehrsordnung wurde an die technische Entwicklung der Unterhaltungselektronik und Informationstechnologie angepasst. Wegen des hohen Unfallrisikos stehen auch andere elektronische Geräte, die der Kommunikation, Information oder Organisation dienen, wie z. B. Navigationsgeräte, Fernseher oder Abspielgeräte mit Videofunktion, unter Verbot, soweit sie bei der Benutzung vom Fahrer aufgenommen oder gehalten werden. Aus Sicherheitsgründen gehören beide Hände ans Steuer. Es ist lediglich eine kurze Blickzuwendung erlaubt.

Das ist verboten

  • Der Fahrer darf das Mobiltelefon bei eingeschaltetem Motor grundsätzlich nicht in die Hand nehmen.
  • Eine Gerätenutzung während der Autofahrt ist verboten. Eine unerlaubte Gerätenutzung kann schon das bloße Ablesen der Uhrzeit vom Handy sein.
  • Eine Befestigung der Geräte an der Windschutzscheibe oder am Armaturenbrett ändert nichts an den Verboten. Mehr als eine kurze Blickzuwendung ist nicht erlaubt.
  • Schreiben und Lesen mit dem Smartphone sind verboten, ob es sich nun um SMS, E-Mails oder soziale Netzwerke handelt. Denn auf den Verkehr gucken kann man in dieser Zeit nicht. Das Unfallrisiko erhöht sich beim Schreiben und Lesen einer SMS laut Deutschem Verkehrssicherheitsrat auf das 23-fache.

Das ist erlaubt

  • Geräte dürfen genutzt werden, wenn sie weder aufgenommen noch gehalten werden müssen. Eine Gerätenutzung über eine Sprachsteuerung ist erlaubt, wie z. B. das Telefonieren über eine Freisprecheinrichtung. So können die Augen weiterhin auf den Verkehr gerichtet bleiben.
  • Der Fahrer darf Geräte nutzen, wenn zur Bedienung nur eine kurze den Sicht- und Straßenverhältnissen angepasste Blickabwendung erforderlich ist.
  • Bildschirme dürfen dann genutzt werden, wenn sie dem Fahrer das Autofahren erleichtern, wie z. B. beim Einparken oder Rückwärtsfahren.
  • Head-up-Displays, die Fahrinformationen in das Sichtfeld des Fahrers auf die Windschutzscheibe einblenden, sind erlaubt.  

Höhere Strafen

Die Strafen wurden verschärft. Wer zum Beispiel bei laufendem Motor mit Handy am Steuer erwischt wird, muss mit einem Bußgeld von 100 Euro rechnen und bekommt einen Punkt in Flensburg. Fahrverbote gibt es in der Regel nicht, es sei denn, Sie begehen den Verstoß öfter. Passiert ein Unfall, lässt die Versicherung prüfen, ob und welchen Einfluss die Smartphone-Nutzung auf den Unfallhergang hatte. Eine (Mit-)Verursachung kann dann richtig teuer werden.

Ablenkung durch Smartphone & Co. ist lebensgefährlich

Studien belegen, dass ein großer Anteil von Autofahrern, bei jungen Fahrern bis zu einem Drittel, während der Fahrt SMS oder WhatsApp-Nachrichten schreibt oder liest oder in sozialen Netzwerken unterwegs ist. Solche Ablenkung ist lebensgefährlich: denn wer auf das Display guckt, kann nicht gleichzeitig auf die Straße schauen. Ständige Vorsicht und Schutz Anderer vor Gefährdungen sind aber Grundregeln für die Teilnahme am Straßenverkehr. Wenn plötzlich eine gefährliche Situation entsteht, ist blitzschnelles Reagieren gefragt. Das schafft nur, wer beständig seine ungeteilte Aufmerksamkeit auf den Verkehr richtet.

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