30.10.2018

Steuerrecht aktuell

Änderungen bei der Umsatzsteuer im E-Commerce

© Andrey Popov - Fotolia.com

Der Bereich E-Commerce ist in den vergangenen Jahren rasant gewachsen. Da die Besteuerung in diesem Bereich bislang sehr undurchsichtig war, tritt zum 1.1.2019 das sog. Digitalpaket in Kraft, das umsatzsteuerliche Änderungen und Erleichterungen im E-Commerce bringt. Betroffen sind Leistungen an Nichtunternehmer in der EU, die auf elektronischem Weg erbracht werden, sowie Telekommunikations-, Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen.

Ab 2019 werden die Umsätze nicht mehr dort besteuert wo der Kunde, sondern das leistende Unternehmen seinen Sitz hat, sofern der Gesamtumsatz an Nichtunternehmer in anderen Mitgliedsstaaten die Lieferschwelle von 10.000 Euro pro Jahr nicht überschreitet. Andernfalls verlagert sich der Ort der Leistung wie bisher zum Kunden (nichtunternehmerisch) und unterliegt dort der Steuer.
Die neue Regelung sieht zudem vor, dass bei EU-Auslandsumsätzen von insgesamt bis zu 100.000 Euro der leistende Unternehmer nur noch ein statt zwei Beweismittel zur Bestimmung des Leistungsortes vorlegen muss. Als Nachweis gelten z. B. die Rechnungsanschrift, IP-Adresse oder Bankangaben des Kunden. Wird der Schwellenwert von 100.000 Euro überschritten, sind es wie bisher zwei Nachweise.
Um zu verhindern, dass sich Unternehmen bei einer Vielzahl von EU-Mitgliedsstaaten registrieren, wurde der sog. Mini One Stop Shop (MOSS) eingerichtet. Ab 2019 tritt die Vereinfachung auf, dass Unternehmen die Rechnungsvorschriften des Staates anwenden dürfen, wo sich ihr Unternehmenssitz befindet.

Vorsteuerabzug bei Briefkastenfirma

Nur eine ordnungsgemäß ausgestellte Eingangsrechnung berechtigt zum Vorsteuerabzug, so fordert es das Umsatzsteuergesetz. Dazu gehört auch die vollständige Anschrift des leistenden Unternehmens. Was gilt aber für eine Rechnungsanschrift, die nur den Briefkastensitz des Unternehmens ausweist, wo zwar eine postalische Erreichbarkeit aber keine wirtschaftlichen Aktivitäten stattfinden? Der Bundesfinanzhof hat in zwei aktuellen Urteilen die Anforderungen an die anzugebende Anschrift gelockert und die Angabe einer reinen Briefkastenadresse als Erreichbarkeit für ausreichend erklärt, damit ein Vorsteuerabzug zulässig ist.    

Jobtickets

Die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln für die tägliche Fahrt zur Arbeit ist nicht nur umweltschonender und entspannter als die Fahrt mit dem Auto, sie kann sich auch finanziell lohnen. Vor allem dann, wenn der Arbeitgeber die Fahrten mit Bus und Bahn finanziell unterstützt. Dafür können Arbeitgeber bei Verkehrsunternehmen Jobtickets zu günstigen Konditionen erwerben und an ihre Mitarbeiter weitergeben. Doch wann entsteht ein geldwerter Vorteil für den Arbeitnehmer? Wenn der Arbeitgeber das Ticket zum vollen Preis an seinen Arbeitnehmer weitergibt, entsteht kein geldwerter Vorteil beim Arbeitnehmer. Der Arbeitgeber kann das Ticket auch zu den Sonderkonditionen weitergeben, die er selbst erhalten hat. Gibt der Arbeitgeber das Ticket verbilligt oder umsonst weiter, entsteht in der Regel ein geldwerter Vorteil, der vom Arbeitnehmer versteuert werden muss. Die Versteuerung entfällt, wenn die Summe aller geldwerten Vorteile maximal 44 Euro pro Monat beträgt.  

copyright emivo GmbH

Unsere Empfehlung

Regionalpartner

Salmann Bäune Himmelmann + Partner

Roland Heilmann
Neumarktstr. 2c
58095 Hagen

Fon: 02331-37645-0
Fax: 02331-37645-29

Drucken