Redaktion emivo GmbH

25.08.2017

Steuerrecht aktuell

Kein Verlustuntergang beim Gesellschafterwechsel

© Rido - Fotolia.com

Werden bei einer Kapitalgesellschaft zwischen 25 bis 50 Prozent der Anteile innerhalb von fünf Jahren auf einen Erwerber übertragen, dann fallen nach dem Gesetz die Verlustvorträge entsprechend anteilig weg. Mit dieser Regelung werden vor allem junge Unternehmen benachteiligt, die zur Wachstumsfinanzierung weitere Partner aufnehmen möchten.

Das Bundesverfassungsgericht hat am 29.3.2017 entscheiden, dass dieser Verlustuntergang verfassungswidrig ist. Der Gesetzgeber ist angewiesen, für den Zeitraum vom 1.1.2008 bis 31.12.2015 bis spätestens 31.12.2018 eine Gesetzesänderung vorzulegen. Geschieht das nicht, ist das Gesetz rückwirkend zum 1.1.2008 nichtig. Unternehmen, die aufgrund eines Gesellschafterwechsels von dem anteiligen Verlustuntergang seit 2008 betroffen sind, sollten Einspruch erheben, um von der Gesetzesänderung profitieren zu können. Das gilt auch für Fälle, bei denen aufgrund eines Gesellschafterwechsels von mehr als 50 Prozent der Anteile die Verlustvorträge vollständig untergegangen sind.  

Elektronische Kontoauszüge archivieren

Immer mehr Unternehmen rufen ihre Kontoauszüge elektronisch ab und drucken diese dann aus. Aber Vorsicht: wer anschließend die digitalen Kontoauszüge löscht, verstößt gegen steuerliche Aufbewahrungspflichten. So archivieren Sie Ihre digitalen Kontoauszüge richtig:

  • Überprüfen Sie die Richtigkeit des Kontoauszugs und dokumentieren Sie die Prüfung.
  • Digitale Kontoauszüge müssen digital aufbewahrt und jederzeit lesbar gemacht werden.
  • Die Archivierung muss sicherstellen, dass die Kontoauszüge nachträglich nicht mehr zu ändern und Korrekturen stets sichtbar und nachvollziehbar sind.

Die Regelungen gelten auch für Privatpersonen mit einem Einkommen von mehr als 500.000 Euro und für Steuerpflichtige, die vom Finanzamt aufgefordert wurden, ihre Belege aufzubewahren.  

Betriebsausgabenabzug bei Präsenten

„Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“, so heißt es im Volksmund. Das gilt auch im Geschäftsleben. Wobei „klein“ hier wörtlich zu nehmen ist. Sachgeschenke an Geschäftspartner dürfen nur als Betriebsausgabe geltend gemacht werden, sofern sie 35 Euro pro Jahr und Person nicht übersteigen. Da Geschenke über 10 Euro beim Beschenkten zu versteuernde Einnahmen darstellen, dies aber im Widerspruch zum Schenken steht, kann der Schenker die Pauschalbesteuerung von 30 % des Geschenkpreises übernehmen. Nun hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass die übernommene Pauschalsteuer nicht als Betriebsausgabe angesetzt werden kann, wenn sie zusammen mit dem Wert des Geschenkes die 35-Euro-Grenze überschreitet. Die bisherige Regelung, nach der zur Prüfung der 35-Euro-Grenze nur das Geschenk und nicht die Pauschalsteuer einbezogen wurde, gilt nicht mehr.

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