03.11.2018

Mitarbeiterkriminalität wirksam bekämpfen

Diebstahl am Arbeitsplatz

© narstudio - Fotolia.com

Laut Bundeskriminalamt verlieren deutsche Unternehmen Jahr für Jahr einige Milliarden Euro durch mehr oder minder große Diebstähle von eigenen Mitarbeitern. Geht man davon aus, dass die meisten Delikte nicht zur Anzeige gebracht werden, liegt die Dunkelziffer sehr viel höher. Hinzu kommen Straftaten wie Untreue, Unterschlagung und Gewaltdelikte. Solche Verfehlungen schaden nicht nur finanziell. Einige wenige gefährden auch den Betriebsfrieden und den Teamzusammenhalt.

Strikte Regeln aufstellen

Dulden Sie konsequent keine noch so kleine Verfehlung, denn wenn Sie z. B. auf den zunächst belanglosen Diebstahl von Druckerpapier nicht reagieren, so erhoffen sich die entsprechenden Mitarbeiter dies von der Mitnahme kleinerer oder größerer Portokassenbeträge ebenso. Mit der Akzeptanz von kleinen Verstößen schaffen Sie einen nährreichen Boden für größere Vergehen, deshalb empfehlen Experten hier eine ähnliche Regelung wie beim Umgang mit Alkohol im Betrieb: Geben Sie strikte Regeln vor und ziehen Sie bei Missachtung rigoros die Konsequenzen!

Vorbildfunktion

Von der ethischen Seite her gesehen gibt es zwischen kleinen und größeren Diebstählen keine Unterschiede. Wichtig ist daher, durch das eigene Vorbild Ihre Mitarbeiter zu überzeugen. Leben Sie Ehrlichkeit in jedem noch so kleinen Detail vor, erst dann können Sie dieses Verhalten auch von Ihren Mitarbeitern erwarten. Bei relativ großen Unternehmen funktioniert dies leider nur noch selten, denn dort gehören Privatgespräche vom Diensttelefon aus oder die absichtlich fehlerhafte Abrechnung der Spesen schon zu den Kavaliersdelikten.

Weitere Maßnahmen

  • Initiieren Sie ein breit angelegtes Bildungs- und Aufklärungsangebot, mit dem Sie alle Mitarbeiter/innen erreichen.
  • Sehen und hören Sie hin! Welche Mitarbeiter haben Orientierungsprobleme, wo liegen die ethisch empfindlichen Bereiche innerhalb Ihres Unternehmens?
  • Machen Sie aufmerksam! Sprechen Sie öffentlich über ethische Fragen, auch anhand von Beispielen.
  • Kommunizieren Sie die Regeln deutlich nach außen! Das gilt auch für Anlässe wie Besprechungen, Einstellungen und Sanktionen.
  • Machen Sie Fortschritte messbar! Gerade in größeren Unternehmen muss es festgelegte "Ethikkennzahlen" für erkennbaren Fortschritt geben.
  • Passen Sie aber auf, dass durch Ihre Prävention keine Misstrauenskultur entsteht. Der Großteil der Mitarbeiter/innen ist ehrlich und loyal.
  • Denken Sie langfristig! Eine entsprechende Firmenmoral bekommen Sie nicht von heute auf morgen.

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