30.11.2017

Warnsignale erkennen

Arbeitssucht und Stress

© Andrey Popov - Fotolia

Unsere Berufswelt ist stark vom Leistungsprinzip geprägt. Vor allem für Führungskräfte zählen ein randvoll gefüllter Terminkalender, ständige Erreichbarkeit und eine Vielzahl an Überstunden zu einem "normalen" Arbeitstag. Viele betrachten dies als eine Art Statussymbol und ziehen kurzfristig viele positive Kräfte aus der ständigen Überlastung. Langfristig jedoch kann sich daraus eine Sucht entwickeln.

Persönlichkeit eines Workaholics

Sobald Sie auf das Hochgefühl, das durch die viele Arbeit verursacht wird, nicht mehr verzichten wollen, sind Sie suchtgefährdet. Dabei spielt es keine Rolle, welchen Beruf Sie ausüben. Betroffen sind vor allem Personen, die ihr Tätigkeitsausmaß und ihr Engagement selbst bestimmen können, ohne gebremst zu werden (z. B. Freiberufler, oberes Management).

Meist leben diese Menschen allein, deshalb genießen sie die Anerkennung und den Erfolg, den sie dank ihrer Leistung erhalten, in besonderem Maße. Ihr Suchtverhalten wird mit einem Aufstieg auf der Karriereleiter und finanziellen Boni belohnt, denn Arbeit zählt in unserer Gesellschaft zu einer "ehrbaren" Droge. Das macht es den Betroffenen so schwer, ihre Krankheit zu erkennen und zu handeln. Doch nicht jeder Vielarbeiter ist automatisch ein Workaholic.

Die Folgen der Arbeitssucht

Im Gegensatz zur Alkohol-, Drogen- oder Medikamentensucht werden bei der Arbeitssucht die Stoffe, die das Hochgefühl auslösen, vom Körper selbst produziert. Medizinische Untersuchungen haben ergeben, dass der Körper arbeitssüchtiger Menschen sehr hohe Mengen an Adrenalin ausschüttet. Auch Endorphine, morphiumähnliche Botenstoffe, sorgen für gute Laune und verhindern zudem, dass die körperlichen Folgen der Arbeitssucht bemerkt werden.

Wenn die Dosen nicht nach kurzer Zeit erhöht werden, lässt die Wirkung nach und der Betroffene fällt in ein psychisches Loch. Workaholics fühlen sich in dieser Phase extrem unwohl und reagieren mit Ruhelosigkeit. Dann muss dringend neuer "Stoff" produziert werden.

Weitere Merkmale der Arbeitssucht im fortgeschrittenen Stadium: ständige Müdigkeit, Schweißausbrüche und Konzentrationsstörungen. Die Betroffenen versuchen diese Symptome meist mit starkem Rauchen, übermäßigem Kaffee- oder Alkoholgenuss bzw. mit Medikamenten zu betäuben.

Warnsignale

Die Gefahr von Arbeitssucht besteht im schleichenden Übergang von einer phasenweise bestehenden Überlastung hin zu einer selbst auferlegten, andauernden Stresssituation. Sie sollten ernsthaft über eine Gefährdung nachdenken, wenn Sie bei sich folgende Merkmale feststellen:

  • Ihnen fallen immer wieder neue Begründungen ein, weshalb Sie so viel arbeiten müssen (typische Äußerung: "Ich würde ja gerne weniger arbeiten, aber...").
  • Sie nehmen sich nicht genügend Zeit zum Essen (Essen und Arbeiten wird oft parallel zueinander ausgeführt).
  • Sie schränken Ihre Bewegung aus Zeitmangel immer mehr ein (Aufzug statt Treppe, wenig Fußwege) und vernachlässigen Ihr Äußeres.
  • Das eigene Handeln wird zur Norm (Rücksichtslosigkeit gegenüber Kollegen und Mitarbeitern, die einen anderen Arbeitsstil pflegen).

Wenn Ihr berufliches Leben immer mehr Einfluss auf Ihr Privatleben nimmt und dadurch private Kontakte leiden, sollten Sie ernsthaft über eine Gefährdung durch Arbeitssucht nachdenken. Auch wenn eine beginnende Sucht anfangs noch viele persönliche Vorteile mit sich bringt (Karriere, hohes Gehalt), ist sie zu einem fortgeschrittenen Zeitpunkt schwer zu bekämpfen.

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