07.10.2018

Familiäre Atmosphäre schaffen

Mitarbeiternähe

© Robert Kneschke - Fotolia.com

In Konzernen gibt es sie noch immer. Separate Vorstandsetagen und große Distanz zur Belegschaft. In mittelständischen Unternehmen ist die Situation traditionell besser. Man kennt sich seit vielen Jahren gut und fühlt sich als eine Familie. Bei innovativen Start-ups ist die Mitarbeiternähe noch ausgeprägter. Die Gründer hocken in hippen Bürolofts eng bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Angemessene Nähe, Empathie und Vertrauen sind wichtige Führungserfolgsfaktoren.

Was Beschäftigte oft schmerzlich vermissen, nämlich Anerkennung und Bestätigung für ihren Einsatz und ihre Leistung, vermitteln Sie, wenn Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter persönlich aufsuchen und mit ihnen sprechen. Dadurch wächst Ihre Akzeptanz. Sie erhalten wertvolles Feedback, erfahren schnell und authentisch von Missständen und können die Potenziale erkennen. Dank der informellen Kontakte kann manch kleineres Problem gelöst werden, bevor es sich auf dem Gang durch die Institutionen (Abteilungen!) zu einer veritablen Krise hochschaukelt.

Räumliche Dauernähe

Immer mehr Unternehmen gestalten im Zuge des digitalen Wandels ihre Firmengebäude neu. Sie reißen buchstäblich bestehende Wände ein und schaffen großzügige und bunte Arbeitswelten mit der Möglichkeit eines engeren Austausches. Doch auch ohne bauliche Maßnahmen können Sie Mitarbeiternähe schaffen.

Management-by-Walking-Around

  • Gehen Sie möglichst oft zu Ihren Teams: Ihre Mitarbeiter erfahren ohne Umwege direkt von Ihnen, welche Vorhaben geplant sind, welche Ideen Sie verfolgen. Sprechen Sie direkt mit denjenigen über Ihre Pläne, die sie später durchführen sollen, entsteht ein fruchtbarer Gedankenaustausch.
  • Zeigen Sie sich an vielen Stellen: Besuchen Sie regelmäßig auch die Filialen Ihres Unternehmens und gehen Sie, obwohl es nieselt, über den Hof ins Lager. Auf dem Flur, in der Kantine, auf dem Weg vom Parkplatz ins Unternehmen bieten sich weitere Möglichkeiten für Gespräche.
  • Nur nicht schüchtern: In der Produktionshalle wird meist eine derb-direkte Sprache gesprochen. Lassen Sie sich auf diese meist ehrliche Welt ein und zeigen Sie sich weder zu jovial noch zu distanziert. Echtes Interesse am Gegenüber und seiner Arbeit kommt immer gut an. Gesprächsthemen gibt es viele: Seien sie privater Natur (Freizeitaktivitäten, Familie, Urlaub) oder unternehmensbezogen (Arbeitsprozesse, Produkte, Kantinenessen, Weiterbildung). Wichtig ist, dass Ihre Mitarbeiter zu Wort kommen.
  • Ohne dass es Ihnen bewusst ist, registrieren Ihre Mitarbeiter ganz genau, wie oft Sie in welcher Abteilung gewesen sind und mit wem Sie am häufigsten sprechen. Denn allein Ihre Aufmerksamkeit wird gleichgesetzt mit Anerkennung für die Bedeutung der jeweiligen Tätigkeit. Vermeiden Sie Anzeichen von Klüngelwirtschaft, indem Sie möglichst regelmäßig alle Mitarbeiter mit der gleichen Aufmerksamkeit bedenken. Achten Sie darauf, dass Ihre Mitarbeiter Ihre häufigeren Besuche in der Abteilung nicht als Kontrolle fehlinterpretieren. Nachfragen dürfen nicht den Beigeschmack eines Kreuzverhörs haben.

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