02.02.2018

Konjunktur und Herausforderungen in Deutschland

Perspektive Mittelstand 2018

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Die deutsche Wirtschaft steht im internationalen Vergleich nach wie vor wie ein Fels in der Brandung. Volle Auftragsbücher, Rekordgewinne, steigende Beschäftigtenzahlen und positive Perspektiven kennzeichnen die Situation nicht nur bei Konzernen, sondern auch im Mittelstand. Doch die Ruhe kann auch trügerisch sein. Denn zu gewaltig sind die aufziehenden Risiken von politischen Instabilitäten, Digitalisierung, Protektionstendenzen und Migrationsbewegungen.

Konjunkturaussichten

Die Bundesregierung sowie Experten von Banken (z. B. KfW) und Forschungsinstituten (z. B. Ifo) prognostizieren für 2018 ein Wirtschaftswachstum von 2,4 Prozent. Unternehmen sehen das ähnlich und planen eine Ausweitung ihrer Produktionskapazitäten. Damit dauert der Aufschwung in Deutschland bereits seit 10 Jahren an. Es boomen nicht nur die Exporte, sondern auch die Binnenkonjunktur. So ist z. B. die handwerklich geprägte Baubranche komplett ausgelastet.

Herausforderungen im Mittelstand

Nach diversen Studien (z.B. VR-Mittelstandsumfragen Herbst 2017) steht der deutsche Mittelstand nach eigenem Bekunden jedoch auch vor vielen Herausforderungen, die in der aktuellen Euphorie nicht zu vernachlässigen sind:

  1. Fachkräftemangel: Das ist das Top-Thema bei deutschen Unternehmen. Manche können Aufträge nicht mehr annehmen, weil Mitarbeiter fehlen. Bei der Rekrutierung und Bindung von qualifiziertem Personal müssen innovative Wege beschritten werden, vor allem in ländlichen Regionen und vermeintlich unattraktiven Branchen.
  2. Bürokratie: Trotz gegenteiliger Bekundungen vieler Politiker steigt der politisch induzierte Bürokratieaufwand in den Unternehmen. Das kostet Geld, verlangsamt die Arbeitsgeschwindigkeit und nervt auf Dauer.
  3. Kosten: Der Mittelstand sieht die steigenden Kosten bei Löhnen und Gehältern, Rohstoffen und der Energie als drittgrößtes Problem an. Auch die Steuerbelastung der deutschen Unternehmen ist nach der jüngsten Steuerreform in den USA in einem neuen Licht zu betrachten.
  4. Die aktuelle Konkurrenzsituation und Auftragslage werden von den befragten Mittelständlern überwiegend positiv bewertet. Die Wirtschaft brummt noch. Deutsche Produkte, vor allem im Investitionsgüterbereich, sind weltweit gefragt. Es gibt in Deutschland über 1000 Weltmarktführer.
  5. Die Zahlungsmoral und Finanzierungsbedingungen betrachten die mittelständischen Unternehmen als gut. Lediglich die Eigenkapitalfinanzierung von notwendigen Technologie-Start-ups könnte besser sein.

Hinzu kommen bei vielen Unternehmen die ungelösten Nachfolgeprobleme. Ausgeblendet werden scheinbar noch bei einem Großteil der Unternehmerinnen und Unternehmer die gewaltigen Herausforderungen der Digitalisierung. Deutsche Unternehmen müssen nicht nur ihre Prozesse in der Produktion, Logistik und Verwaltung digitalisieren, sondern vor allem auch digitale Innovationen entwickeln, um auf Dauer mit den Technologiefirmen aus dem Silicon Valley und anderen Innovationsregionen mithalten zu können.  

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